Kirche 2030: Anschieben, Steuern, auf Kurs kommen
24.01.2022 |
Existiert Leben da draußen? Und wenn ja, wo?
Erst nach den beiden Diözesanen Pastoralkonferenzen Ende März und im Sommer diesen Jahres werden wohl neue inhaltliche "Bojen" aus den Fachgruppen auftauchen, anhand derer der Erzbischof den Kurs konkreter ausrichten wird. Bis dahin ist jene Freiburger Gruppe, die sich aus Entsandten aller Seelsorgeeinheiten, der Berufsgruppenvertretung, der Gesamtkirchengemeinde, des Dekanatsrats, der Jugend und der Caritas zusammensetzt, aber nicht untätig. Ins Leben gerufen, um Entscheidungen an anderer Stelle gut vorzubereiten, traf sich der Kreis bereits zweimal.
Ein großer Dampfer muss jetzt in Bewegung kommen. Im Dekanat Freiburg bleibt der geographische Zuschnitt zwar unverändert - innerhalb dieser Grenzen kann dennoch vieles nicht bleiben, wie es war. Derzeit trifft sich der Arbeitskreis Lokale Projekleitung für die "Pfarrei neu" bereits. Ein Blick auf den Stand auf der Dinge.
Das Ergebnis steht fest
Das Vokabular der Internetseite kirchenentwicklung2030.de zur Vorbereitung des Strukturwandels lässt Fahrwasser mit maritimen Tiefgang erahnen: Da werden "Prozesse angeschoben", "Entwicklungen gesteuert" und ein "neuer Kurs eingeschlagen". Nun ist es ja beileibe nicht das erste Mal, dass der Dampfer Kirche aufgefordert ist, den Dampfer Kirche zu entwickeln. Aber vielleicht das erste Mal, dass das Ergebnis von vornherein so radikal feststeht: Aus 224 Seelsorgeeinheiten werden diözesanweit 36 Pfarreien. Und das voraussichtlich schon 2025/ 26, mit einer Frist zur Nachjustierung bis 2030.
Ansonsten ist aber in aller Klarheit zu sagen: Das Meiste ist noch unklar.
Erst nach den beiden Diözesanen Pastoralkonferenzen Ende März und im Sommer diesen Jahres werden wohl neue inhaltliche "Bojen" aus den Fachgruppen auftauchen, anhand derer der Erzbischof den Kurs konkreter ausrichten wird. Bis dahin ist jene Freiburger Gruppe, die sich aus Entsandten aller Seelsorgeeinheiten, der Berufsgruppenvertretung, der Gesamtkirchengemeinde, des Dekanatsrats, der Jugend und der Caritas zusammensetzt, aber nicht untätig. Ins Leben gerufen, um Entscheidungen an anderer Stelle gut vorzubereiten, traf sich der Kreis bereits zweimal.
Ein sportlicher Plan
Noch befindet sich alles in der Konzeptphase; doch schon im weiteren Verlauf diesen Jahres sieht der Zeitplan den Übergang in die sogenannte Transformationsphase vor: Ab dann gilt es bereits Schwerpunkte zu setzen und festzulegen, in welchen Bereichen und in welchem Umfang personelle, finanzielle und sächliche Ressourcen zum Einsatz kommen. Innerhalb der diözesanen Leitplanken, die derzeit auch noch erarbeitet werden, ist dann bis 2025/26 die konkrete Umzusetzung angedacht. Ein sportlicher Plan.
Herkulesaufgabe Inventur
Zusammen mit den beiden lokalen Projektkoordinatoren, Dekan Alexander Halter und Dekanatsreferent Boris Gschwandtner, hat das Gremium gleich zu Beginn eine Herkulesaufgabe auf der Tagesordnung: sich ein Bild vom Status Quo zu verschaffen. Was existiert derzeit schon in den acht Pfarreien, welche Gruppierungen (zum Beispiel Perukreise, Kinderkirchenteams, Bibellesekreise ...) Verbandsstrukturen (zum Beispiel Pfadfinder, KjG, kfd, ...) und Einrichtungen (zum Beispiel der Caritas oder der Gesamtkirchengemeinde), welche Kategorialseelsorge (z.B. Gefängnis-, Klinikseelsorge...), Ordensgemeinschaften etc. gibt es in der Fläche? Und was davon geht über eine reine Existenz hinaus und "lebt" wirklich in einer Weise, die es für die Gläubigen vor Ort zu einer Herzensangelegenheit macht? Etwas, das unbedingt erhalten bleiben muss? Salopp formuliert: Gibt es Leben da draußen? Und wenn ja, wo?
Gitarrenabende oder Grunddienste?
Dies alles zu erfassen, ist zunächst einmal eine reine Maßnahme der "Inventur", die aber - je nach Liebe zum Detail - schon gewaltige Dimensionen annehmen kann. Reichen die jeweiligen Pastoralkonzeptionen für eine Grobsichtung aus, oder muss jeder noch so kleine Gitarrenabend in die Buchhaltung einfließen? Braucht es vielleicht gar ein starres Raster, das die Seelsorgeeinheiten akkurat vergleichbar macht? Dass die Lokale Projektleitung 2030, so der offizielle Titel des Freiburger Kreises, überwiegend aus engagierten Ehrenamtlichen besteht, limitiert jede Liebe zum Detail zumindest in zeitlicher Hinsicht. Im Pflichtenheft der einzelnen Entsandten aus Freiburgs acht Kirchengemeinden steht nun als erster - und gangbarer - Schritt eine grobe Selbstvorstellung jeder Seelsorgeeinheit nach deren eigener Gewichtung, zum Beispiel gegliedert nach Zielgruppen und/ oder den kirchlichen Grunddiensten (Verkündigung, Liturgie, Diakonie). Diese Selbstdarstellungen werden zum nächsten Treffen der Lokalen Projektleitung präsentiert.
"Blut, Schweiß - und Tränen"
Neben dem redensartlichen Blut und Schweiß wird es über kurz oder lang auch Tränen geben. So muss die Gruppe sich zwangsläufig unliebsamen Themen widmen. Denn spätestens beim Punkt Gebäudekonzeption ist eine der heikelsten Hürden zu nehmen, um die Vorgaben von Kirchenentwicklung 2030 umzusetzen: Ressourcen, Personal und Geld sinnvoll zusammenzuziehen, möglichst, ohne allzu viel pastoralen Flurschaden zu hinterlassen. Dass mit Gebäuden immer auch emotionale Bindungen vor Ort einhergehen, liegt auf der Hand, es braucht also auch hierfür solide Fakten und Argumentationsgrundlagen, um dereinst transparent kommunizieren zu können, was erhalten bleiben kann und wo eine veränderte, vielleicht auch ökumenische Nutzung oder gar Veräußerung sinnvoller ist.
Pandemie kreuzt noch quer
Man kann folgendem Satz auf der offiziellen Internetseite nur zustimmen: "Viele Menschen, die am Projekt Kirchenentwicklung 2030 beteiligt sind, warten auf Entscheidungen, um vor Ort die Zusammenführung der bisherigen Pfarreien in gute Bahnen zu leiten. Gleichzeitig benötigen bestimmte Entscheidungen einen intensiven Austausch und ein gemeinsames Ringen" (kirchenentwicklung2030.de), dies aber möglichst an einem gemeinsamen Tisch und nicht am Bildschirm als Digitalkonferenz. Die Pandemie durchkreuzt das ohnehin noch nicht ganz klare Fahrwasser in dieser Hinsicht leider auch auf absehbare Zeit noch.
Fazit:
Der Dampfer hat noch nicht so richtig abgelegt.
Aber die Freiburger Crew ist an Bord und macht schon die Leinen los.
Die Mitglieder des Lokalen Projektkreises 2030 im Dekanat Freiburg:
Funktion / Name
Dekan, Lokaler Projektkoordinator K 2030 / Alexander Halter
Vorsitzender Dekanatsrat - SE FR Mitte / Dr. Hansjörg Kaiser (SE FR Mitte)
Stv. Vorsitzende Dekanatsrat - SE FR Nord / Kathrin Steiger (SE FR Nord)
Beisitzerin Dekanatsrat / Lisa Groß (Jugendverbände)
Beisitzer Dekanatsrat / Jonathan Schüle (Jugendverbände)
Dekanatsreferent, Lokaler Projektkoordinator K 2030 / Boris Gschwandtner
Caritasverband Freiburg-Stadt e.V. / Dr. Rainer Gantert
SE Tuniberg / (noch in der Abklärung)
SE FR Südwest / Siegfried Huber, Theresa Heeg
SE FR Nordwest / Dr. Martin Federspiel, Joachim Koffler
SE FR Nord / Friederike Schmidt
SE St. Georgen-Hexental / Dr. Johannes Keller-Herder / Anita Ukomadu
SE FR Wiehre-Günterstal / Gerhard Eiche, Marianne Lerbs
SE FR Ost / Dr. Dirk Radicke, Christina Schmitz
Berufsgruppenvertretung / Sabine Vogel (Gemeinderefererentin)
Geschäftsführer Gesamtkirchengemeinde, Verwaltungsausschuss / Markus Kaupp
Dekanatsjugendseelsorger / Claudius Dufner
Stv. Dekan, SE FR Nord, Verwaltungsausschuss / Frank Prestel
Stv. Vorsitzender Gesamtkirchengemeinde, SE FR Nord, Verwaltungsausschuss / Franz-Peter Dussing
Dekan, Lokaler Projektkoordinator K 2030 / Alexander Halter
Vorsitzender Dekanatsrat - SE FR Mitte / Dr. Hansjörg Kaiser (SE FR Mitte)
Stv. Vorsitzende Dekanatsrat - SE FR Nord / Kathrin Steiger (SE FR Nord)
Beisitzerin Dekanatsrat / Lisa Groß (Jugendverbände)
Beisitzer Dekanatsrat / Jonathan Schüle (Jugendverbände)
Dekanatsreferent, Lokaler Projektkoordinator K 2030 / Boris Gschwandtner
Caritasverband Freiburg-Stadt e.V. / Dr. Rainer Gantert
SE Tuniberg / (noch in der Abklärung)
SE FR Südwest / Siegfried Huber, Theresa Heeg
SE FR Nordwest / Dr. Martin Federspiel, Joachim Koffler
SE FR Nord / Friederike Schmidt
SE St. Georgen-Hexental / Dr. Johannes Keller-Herder / Anita Ukomadu
SE FR Wiehre-Günterstal / Gerhard Eiche, Marianne Lerbs
SE FR Ost / Dr. Dirk Radicke, Christina Schmitz
Berufsgruppenvertretung / Sabine Vogel (Gemeinderefererentin)
Geschäftsführer Gesamtkirchengemeinde, Verwaltungsausschuss / Markus Kaupp
Dekanatsjugendseelsorger / Claudius Dufner
Stv. Dekan, SE FR Nord, Verwaltungsausschuss / Frank Prestel
Stv. Vorsitzender Gesamtkirchengemeinde, SE FR Nord, Verwaltungsausschuss / Franz-Peter Dussing